Projekt Waidbeet in Hochstedt

In der März-Versammlung 2005 des Traditionsvereins wurde das Projekt "Waid-Beet" beschlossen. Gegenüber dem Museum soll ein Beet mit Färberwaid angelegt werden. Es wird nicht nur daran erinnern, dass Hochstedt einst zu den Waid-Dörfern in Thüringen gehörte, sondern die fast vergessene Nutzpflanze soll als natürliches "Anschauungsobjekt" im Außenbereich des Museums dienen.

Anfang April 2005
Hier, gleich hinter der Betonbegrenzung der Trafo-Station soll das Beet angelegt werden. Zunächst war eine Genehmigung beim Garten- und Friedhofsamt der Stadt Erfurt einzuholen, die erteilt wurde.
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Bis Mitte April 2005
Das Beet wurde abgesteckt und die Grasnabe entfernt. Größere Steine wurden beim Umgraben entfernt und neue Erde aufgeschüttet.
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16. April 2005
Das Beet wird mit Sandsteinen eingefasst, die früher in den beiden Steinbrüchen abgebaut wurden.
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Das Saatgut (hier im Größenvergleich mit einem 50 Euro-Cent Stück) ...
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... wird in den Boden gebracht und angegossen. Nun beginnt das Warten auf das erste Grün, das sich hoffentlich zeigt.
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01. Mai 2005
Erste Blätter der Waidpflanzen zeigen sich schließlich nach 2 Wochen bangem Warten.
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24. Mai 2005
Jetzt setzt nach einer Kälteperiode das Wachstum hoffentlich richtig ein.
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Jedenfalls kann man die Pflanzen auch schon erkennen, auch wenn man nicht mit der Lupe sucht.
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16.Juni 2005
Nach auf den Tag genau 2 Monaten haben sich die Waidpflanzen gut entwickelt ...
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... und versprechen eine gute Ernte.
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15. Juli 2005
Jetzt kommen wir mit unserem Waidbeet, nach drei Monaten intensiver Pflege, langsam in die ...
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... Phase der Ersten Ernte. In der Hoffnung nichts falsch zu machen wetzen und schwingen wir in der nächsten Woche das Messer!
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20. Juli 2005
So, wir haben tatsächlich Waid geerntet! Die erste Ernte seit über hundert Jahren in Hochstedt brachte einen Ertrag von 6,6 kg ...
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... und jetzt hoffen wir natürlich auf die zweite Ernte in etwa sechs Wochen und darauf, dass diese Pflanzenfragmente überhaupt neue Blätter treiben!
Wer wissen will, was wir mit unserem Waid machen und wie wir ihn weiter verarbeiten findet darüber einen Artikel in der Vereins-Rubrik!
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16. August 2005
Auf den Tag genau 4 Monate nach der Aussat ...
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... ernteten wir das zweite Mal unseren Waid. Er hätte durchaus noch zwei Wochen wachsen können aber wir brauchten Nachschub für die Weiterverarbeitung da wir die gesamte erste Ernte eingetütet hatten. Schließlich soll es zum Waid-Fest auch etwas zum Verkosten geben!

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Die mittlere Reihe haben wir stehen lassen damit man zum Waid-Fest auch Waid zu sehen bekommt. Sicher werden die beiden äußeren Reihen bis dahin auch wieder grüne Blätter zeigen aber bestimmt nicht in voller Größe.
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3. September 2005
Zum Waidfest präsentierte sich das Beet ausgeschmückt mit unserem Vereinszeichen und auch wieder beblättert. Allerdings ...
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... haben zur Zeit die Raupen des Kohlweißlings unseren Waid zum fressen gern.
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23. September 2005
Kurz vor der 3. Ernte wurde klar, dass die Raupen doch noch nicht alles gefressen hatten.
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5. Oktober 2005
Im nächsten Jahr soll Waid auch als zweijährige Pflanze gezeigt werden. Mindestens eine Reihe muss deshalb bis zur Blüte und Samenreife stehen gelassen werden. Damit aber ein ähnlicher Ertrag - mit drei Reihen - erwirtschaftet werden kann blieb uns nichts weiter übrig, als das Beet zu verbreitern und noch eine vierte, zusätzliche Reihe anzupflanzen. Waidpflanzen hatten wir als Topfpflanzen zum Waidfest zur Dekoration auf den Tischen stehen. Diese wurden in die zusätzlich entstandene Reihe gesetzt.
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16.Oktober .2005
Unser Beet, genau ein halbes Jahr nach der Aussaat und drei Ernten.
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19. November 2005
Das Waidbeet ist erstmals dem Frost ausgesetzt. Eine Reifschicht hat sich gebildet und die Blätter nach unten gebogen.
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16.Dezember 2005
Acht Monate nach der Aussaat und nach drei Ernten bedeckt eine dünne Schneedecke die Waidpflanzung.
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16. Januar 2006
Genau neun Monate nach der Saat musste der Waid in der Nacht zum 16. Januar Tiefsttemperaturen von über -15 Grad C aushalten ...
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16. Februar 2006
... die bis Mitte Februar auch anhielten. Eine Schneedecke kam dazu und die Waidpflanzen wurden etwas "geplättet".
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16. März 2006
Wer dachte, dass der Winter nun langsam die kalten Finger von unserem Waid nahm, hatte sich getäuscht. Tiefe Temperaturen und Schnee verhindern, dass unsere Pflanzen neu austreiben.
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14. April 2006
Aussaat von vier Reihen Waid. Die Reihe in der Mitte des Beetes bleibt stehen, um Samen zu gewinnen. Die Pflanzen der übrigen Reihen wurden an das obere Ende des Beetes verpflanzt (ebenfalls zur Samengewinnung) oder zu Waidbällen (1 kg Blätter) verarbeitet.
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16. April 2006 (Ostersonntag)
Der Winter hat sich nun doch verabschiedet und die Waidpflanzen vom Vorjahr schießen in die Höhe, Blütenstengel wachsen ...
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25. April 2006
... so, dass nur neun Tage später bereits Blütenansätze zu sehen sind.
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15. Mai 2006
Ganz langsam öffnen sich unzählige gelbe Blüten, während der Nachwuchs...
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... auf den Nebenreihen, wegen der vergangenen trockenen Tage, etwas mickerig aus dem Boden sprießt.
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15. Juni 2006
Der Waid ist verblüht und zahlreiche Schoten haben sich gebildet. Auch die neuen Pflanzen sind inzwischen etwas gewachsen.
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03.Juli 2006
Die schnell herangewachsenen Schoten werden täglich immer dunkler ...
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09. Juli
... und beginnen auszufallen. Um Samen für das nächste Jahr zu gewinnen werden sie geerntet ...
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... und die Pflanzen vom Vorjahr (bis auf die am oberen Ende des Beetes - zur Ansicht) entfernt. Jetzt hat auch die "nachwachsende Generation" Luft und Licht zum Wachsen.
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16.07.2006
Die andauernde Trockenheit gibt Anlass zur Sorge. Im vergangenen Jahr konnte schon die erste Ernte vorbereitet werden.
Mit der Ernte des Samens vom zweijährigen Waid und dem Heranwachsen der jungen Pflanzen ist der hier und auf den vorangegangenen Seiten beschriebene Wachstums- und Erntezyklus der Waidpflanze abgeschlossen. Selbstverständlich wird man auch in Zukunft in Hochstedt das Waidbeet sehen können und in unregelmäßigem Abstand wird hier auch weiter berichtet.
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16.03.2007
In den zurückliegenden ungewöhnlich milden Wintermonaten war der Waid seit der letzten Ernte im Herbst recht kräftig nachgewachsen. Mit Überraschung stellten wir fest, dass die Pflanzen sogar begannen, einen Blütenstängel auszutreiben. Im letzten Jahr begann dieser Wachstumsprozess nach dem ersten Frühjahrsschnitt, Anfang Mai.
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Da der Waid scheinbar beschlossen hatte, mehrere Wochen früher in Blüte zu gehen, war es notwendig ihn zu ernten, damit das Beet umgestaltet werden konnte. Im oberen Abschnitt sollten die zweijährigen Pflanzen neu eingepflanzt werden, nachdem sie ihren Blattschopf hergeben mussten.
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16.04.2007
Da im letzten Jahr Samen ausgefallen war, wuchsen zwischen den Reihen mit zweijährigem Waid auch schon zarte, neue Pflanzen, die für das Bepflanzen des halben Beetes ausreichten. Die restlichen 2 1/2 Reihen wurden frisch ausgesät.
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03.07.2007
Höchste Zeit für die 2. Waidernte 2007. Die Pflänzchen, die im April gepflanzt worden waren, sind scheinbar teilweise bereits im letzten Jahr gewachsen. Deshalb waren im Beet verstreut, 2-jährige, bereits blühende Pflanzen zu sehen.
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16.April 2008
Nach der ersten Ernte im März sind die Waidpflanzen, die in die Blüte gehen sollen schon recht hoch aufgeschossen. Es war nun, Mitte April an der Zeit die Saat in den Boden zu bringen.
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18. November 2008
Da dieses Jahr nur zwei Waidernten zuließ und der Boden nun, nach mehreren Jahren doch ausgelaugt scheint, war es an der Zeit, neue Wege zu beschreiten. In einem Artikel über den Waidanbau aus dem Jahr 1926 beschreibt ein Lehrer aus Kerspleben, dass die Felder mit Schafmist gedüngt wurden und dass eine Winter-Aussaat zu höheren Erträgen führen soll.
Beides soll deshalb in Angriff genommen werden. Die Waidpflanzen wurden aus dem Boden genommen - bis auf die, die in Blüte gehen sollen - und eine Karre Schafmist auf dem Beet verteilt.
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2. Februar 2009
Da es vorher wegen dem Dauerfrost keinen Sinn machte, wurde der Waid erst an diesem Tag ausgesät. Im oben genannten Bericht war dagegen die Rede von einem Zeitpunkt um Weihnachten. Seit Anfang des Jahres gab es jedoch fast ununterbrochen starken Frost, so dass es keinen Unterschied machen dürfte, wenn erst nach der Starkfrostperiode der Samen ausgebracht wird.
Die Aussaat erfolgte, wie im Bericht von 1926 beschrieben, auf die Schneedecke. Allerdings wurde der Samen anschließend noch festgestampft, damit der Wind ihn nicht verweht. Die weitere, intensivere Betrachtung und Beschreibung des Winterwaids kann hier verfolgt werden  |