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Seite 1 von 2 Die Anschaffung eines Waidmühlsteines stand bereits seit dem Jahr 2005 auf der Projektliste des Heimatvereins. Er sollte im Zentrum Hochstedts als Denkmal aufgestellt werden und daran erinnern, das Hochstedt zu den rund dreihundert Waiddörfern im Thüringer Becken gehörte. In Hochstedt drehten sich einst zwei Waidmühlen, von denen keine Spuren mehr vorhanden sind. Andere Orte haben aus ihren historischen Mühlsteinen Denkmäler, ja sogar fast komplette Waidmühlen hergestellt. Hier in Hochstedt fehlte dagegen der "alte Waidmühlstein" als Grundlage eines Denkmals.
Von diesen Waidsteinen muss es hier nicht nur wegen der zwei Mühlen mehrere gegeben haben. Im Laufe der Jahrhunderte müssen die Steine auch durch neue ersetzt worden sein. Schließlich ist Sandstein nicht einer der härtesten Steine.
Um einen Waidstein als Denkmal aufstellen zu können, musste zunächst ein solcher beschafft werden. Es gab die Idee, eine Rekonstruktion aus einem anderen Material herzustellen, die als Attrappe dienen sollte, was aber schnell verworfen wurde. Der Waidstein sollte - wie früher - aus Sandstein bestehen. Da ein solcher Stein mit anderthalb Metern Durchmesser und in der Stärke von 25 Zentimetern nicht ganz preiswert ist wurde gespart, um die Mittel zusammen zu bekommen. Das Wie und Wo des Aufstellens war zu diesem Zeitpunkt zweitrangig. Es wurden Kostenangebote eingeholt und zunächst eine Größe für den neuen Hochstedter Stein festgelegt.
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Waidmühlstein Mönchenholzhausen
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Als Maß und Vorbild diente ein Stein, der ganz in der Nähe zu sehen war. Dabei handelte es sich um den kleineren der beiden Steine, die angelehnt an die Kirchenmauer in Mönchenholzhausen stehen.
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Zeichnung des Steins
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Dieser Stein besaß die entsprechenden Maße und stellte damit einen durchschnittlichen Waidmühlstein dar.
Schnell war klar, dass die Kosten zur Herstellung die 2000 Euro-Grenze überschreiten würden. Da die MIttel des Vereins nicht unbegrenzt sind mussten andere Geldquellen aufgetan werden. Diese bestanden zunächst aus der Beantragung von Fördermitteln. Dabei wurde im Jahr 2008 über die Gemeinde ein Fördermittelantrag an die Sparkasse Mittelthüringen gestellt. Im Frühjahr 2009 sollte dieser dann konkretisiert werden. Spätestens jetzt musste klar sein, wo der Stein später aufgestellt werden sollte. Die beiden zentralen Plätze waren in den vergangenen Jahren im Rahmen der Dorferneuerung umgestaltet worden und standen unter Bestandsschutz. Allerdings war das Ergebnis dieser Umgestaltung für die meisten Hochstedter nicht zufriedenstellend. Die Verschiebung des Denkmals für die Opfer der Weltkriege vom ursprünglichen Standpunkt, im Zentrum des großen Platzes, auf den kleineren der beiden, stellte vielleicht für Landschaftsplaner oder -architekten einen Kunstgriff dar aber nicht für den Einwohner, der das Denkmal als ungünstig aufgestellt wahrnimmt. Fährt man durch Hochstedt aus Richtung Mönchenholzhausen kommend, bekommt man nicht einmal mit, dass es sich bei dem aufgestellten Felsbrocken um ein Denkmal handelt.
Dieser Platz wäre der geeignetere Standort für den Waidmühlstein. Hier hätte man sogar die Chance ein Areal der Erholung einzubeziehen, Bänke aufzustellen, um ein wahres Ortszentrum zu schaffen. Dazu müsste aber das Denkmal für die Gefallenen der Weltkriege wieder an (auf) seinen alten Platz gerückt werden, was wegen des Dorferneuerungs-Bestandsschutzes (noch) nicht möglich ist.
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Schlosshof in Kannawurf mit Waidmühlstein
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Um uns diese Option aber offen zu halten, musste eine Übergangslösung her. Der Waidmühlenstein sollte deshalb auf dem größeren der beiden Plätze aufgestellt werden. Um ihn von dort jederzeit wieder entfernen zu können war eine feste Verankerung oder der Einbau im Boden nicht vorgesehen. Es sollte sich zunächst wirklich nur um eine Zwischenlösung handeln.
Auch für die Art der Aufstellung wurde ein Vorbild gesucht und gefunden. Dabei handelte es sich um den Waidstein von Kannawurf, der dort im Schlosshof zu sehen ist.
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PLatz, wo der Waidstein - das Denkmal - als Übergangslösung aufgestellt werden soll
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Ein entsprechender Entwurf wurde also angefertigt, der den auf dem Platz in Hochstedt liegenden Stein zeigt. Dieser Entwurf wurde den Fördermittelgebern im Anhang an den Antrag mit übergeben. Im Frühjahr 2009 wurde ein noch ein Fördermittelantrag auf Lottomittel des Freistaates Thüringen gestellt. Das Vereins-Projekt wurde von der Bundestagsabgeordneten Antje Tillmann und der Landtagskandidatin Tabea Gies unterstützt. Vom Thüringer Kultusministerium gab es grünes Licht und die Fördermittel standen bereit. Dies bedeutete, dass wir mit der heißen Planungsphase beginnen konnten, denn vorher durfte noch nichts in die Wege geleitet werden.
Am 30. Mai 2009 wurden im Rathausfestsaal von Erfurt in einer Feierstunde  die Fördermittelschecks der Sparkasse Mittelthüringen vergeben, mit denen Vereine in den Erfurter Ortsteilen unterstützt werden sollten. Darunter war auch der Scheck für das Projekt Hochstedter Waidmühlstein. Pressebericht 
Nach mehreren Kostenangeboten wurde der Auftrag den Waidstein herzustellen an die Firma ERSA-Bau aus Sömmerda vergeben. Diese versprach auch den Stein aufzustellen und die hölzerne Mittelachse zu liefern.
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Der Steinmetz bei der Arbeit
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Fertiger Waidstein
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Der Steinmetz begann mit seiner Arbeit im Juli und dokumentierte die Entstehung des Steins.
Unterdessen machten wir uns Gedanken über die Inschrift und welches Material für eine Tafel benutzt werden sollte. Eine solche sollte am Stein angebracht werden, um das Denkmal und den Bezug zu Hochstedt zu erklären. Die Auswahl bestand aus poliertem Messing und gebürstetem Edelstahl. Wir entschieden und für die Edelstahl-Variante. Dabei gab die Oberflächenstruktur den Ausschlag. Eine spiegelglatte Oberfläche würde sich auf die Lesbarkeit ungünstig auswirken. Das Laub der Linden über dem schräg aufgestellten Stein würde sich dermaßen spiegeln, dass der Text nur schwer lesbar wäre. Die Tafel sollte quadratisch sein und beinhaltete zwei Elemente. Auf der linken Seite ist das Verzeichnis der Hochstedter Waidbauern abgebildet, so wie es im Waidbüchlein von 1492-1510 im Erfurter Stadtarchiv zu sehen ist. Rechts ist der Stein wie folgt erklärt: Nachbildung eines Historischen Waidmühlensteins Im Mittelalter bauten etwa 300 Dörfer des Thüringer Beckens Färberwaid an. Hochstedt war eines davon. Ein Beleg dafür ist das Verzeichnis der Hochstedter Waidbauern im Erfurter Waidbuch von 1492-1510. (Abbildung links - Stadtarchiv Erfurt) Mit dem Anbau dieser Pflanze, aus der blauer Farbstoff gewonnen wurde, ver- dienten die Hochstedter ihren Lebens- unterhalt und trugen zugleich zum Reichtum der Stadt Erfurt bei. Im Ort drehten sich zwei Waidmühlen, von denen kaum mehr als die Kenntnis ihrer Existenz die Zeit überdauerte. Aus Anlass des 5. Waidfestes am
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Entwurf für die Tafel, die den Stein erklärt
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5. September 2009 wurde dieser Stein in Erinnerung an die Vergangenheit des Ortes und seiner Bewohner angeschafft. Finanziert wurde er vom Heimatverein Hochstedt e. V., unterstützt durch Lotto- mittel des Thüringer Kultusministeriums, sowie Spenden der Sparkasse Mittel- thüringen und aus privater Hand.
Auch diese Tafel wurde im Juli in Auftrag gegeben. Jetzt hieß es für uns nur abzuwarten. In Absprache mit dem Garten und Friedhofsamt wurde die genaue Stelle, sowie die Art und Weise der Aufstellung festgelegt. Es sollte eine Drainageschicht unter dem Holzbalken in den Boden gebracht und unter der Steinschräge Mulch aufgebracht werden. Das sollte kein Problem darstellen und wir erwarteten am 28. August die Ankunft des Steines. 
Gleich nachdem er aufgestellt war wurde er zunächst mit einer Plane verhüllt, denn er sollte ja erst aus Anlass des 5. Waidfestes im feierlichen Rahmen der Öffentlichkeit gezeigt werden.
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