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Vor Beginn der Museumsnacht war es diesmal notwendig das Museum in ganz besonderes Licht zu tauchen.

Ausstellung Hochstedt und die Benediktiner

Von dicken Stumpenkerzen beleuchtet präsentierte sich die Ausstellung. Wir hatten sogar Musik in die Ausstellungseröffnung integriert, so dass Klänge Gregorianischer Gesänge - von Benediktinern vorgetragen - die Stimmung abrundeten.

Zunächst musste aber auch das Bürgerhaus so hergerichtet werden, dass der Vortrag zur Ausstellungseröffnung - die Einführung in das Thema - ebenfalls einen stimmungsvollen Rahmen fand. Da der Raum wegen der Projektionen sowieso abgedunkelt werden musste, stellten wir auch hier Kerzen auf die Tische sowie verschiedene Kräutertöpfe.

Damit konnten die Gäste kommen.

Deko im Bürgerhaus
Das leibliche Wohl

Einige Besucher hatten sich schon vor dem Bürgerhaus eingefunden und versorgten sich mit leiblichen Genüssen, um gestärkt dem Vortrag zu folgen. Wegen der kühlen Witterung hatten wir auf weitere Zeltaufbauten im Hof des Bürgerhauses verzichtet und hatten vor, im Bürgerhaus zu bleiben. Nur ein Zelt für ganz Kälteunempfindliche und die Raucher stand zwischen Museum und Bürgerhaus.

Inzwischen hatten sich auch schon die Stuhlreihen vor der Leinwand gefüllt und der Vortrag konnte wie geplant kurz nach 19.00 Uhr beginnen.

Vortrag Hochstedt und die Benediktiner

Aus dem Inhalt:

Spuren, die die Benediktinermönche des Erfurter Petersklosters in und um Hochstedt hinterließen sind auch heute noch sichtbar. Dabei handelt es sich keineswegs nur um solche, die man am Gebäude des ehemaligen Klostergutes allein festmachen kann, sondern auch um Veränderungen der Landschaft, die noch immer erkennbar sind. Dazu gehören neben dem Teich am Landhaus auch die teilweise noch vorhandenen Terrassenstrukturen am Berghang südlich des Ortes, der von den Hochstedtern heute noch als „Weinberg“ bezeichnet wird.
Die Nähe zu einer der großen Städte des Mittelalters - zu denen Erfurt zweifellos zu zählen ist - bescherte Hochstedt die Anwesenheit der Benediktiner. Dabei beschränkte sich der Kontakt des Ortes keineswegs allein nur auf den zu den Benediktinern des Erfurter Petersklosters.
Die Hochstedter mussten im 12. Jh. dem Abt des Klosters in Fulda Abgaben leisten, der zugleich Abtprimas aller deutschen Benediktiner war. Auch das Erfurter Cyriakskloster der Benediktinernonnen hatte im 15. Jh. Besitz in Hochstedt.
Es waren jedoch die Petersbergmönche, die für Hochstedt von größerer Bedeutung waren. Schon in der Urkunde aus dem Jahr 1104 (Ersterwähnung) wird Hochstedt unter den Orten genannt, in denen der Mainzer Erzbischof, Ruthard, dem 44 Jahre zuvor erstmals erwähnten Erfurter Peterskloster Grundbesitz bestätigt. In den folgenden Jahrhunderten mehrte sich dieser Besitz im Ort. Für 1771 ist überliefert, dass die meisten Feldstücke Hochstedts dem Peterskloster zinspflichtig waren.
Die Klostergründungen der Benediktiner in Thüringen erfolgten meist auf ländlichem Gebiet. Damit war es möglich, in der Nähe der Konvente Land zur Eigenversorgung zu bewirtschaften und Vieh zu halten, was Klöstern in den Städten nicht in ausreichendem Umfang möglich war. Man musste sich zusätzlich von außen mit Gütern versorgen, mit denen auch gehandelt wurde.
Eine Urkunde gibt Auskunft, dass im Jahr 1144 in Hochstedt Wein angebaut wurde und mindestens ein Weinberg dem Peterskloster gehörte.
Die Benediktinermönche hatten großen Anteil an der Einführung der Rebkultur in unserer Gegend. Dabei ging es ihnen zunächst um die Sicherung des Eigenbedarfs, besonders an Messwein. Als Ausgangspunkt des thüringischen Weinanbaus gilt die Rhön. Dort ist er im Jahr 786 durch das Kloster Hersfeld (Benediktiner) nachgewiesen. Schon Anfang des 12. Jh. hatte der Weinanbau eine beachtliche wirtschaftliche Bedeutung erreicht.*
In Hochstedt bauten die Petersbergmönche nicht nur Wein an. Das Gut des Klosters bewirtschaftete auch Felder, Teiche und Gärten, es wurde Vieh gehalten, eine Waid- und eine Kornmühle betrieben.
Erst mit der Säkularisation des Klosters im Jahr 1803 ging die Zeit der Benediktiner in Hochstedt zu Ende.

 

* erfurter weinzunft.de