Ein Vereinssommerfest war am 23. Juni geplant. Das Wetter machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn die Temperaturen zwangen uns dazu, das Fest im Bürgerhaus zu feiern. Das war zwar schade aber ersparte uns jämmerliches Bibbern unter einem Zeltdach. Bratwürste gab es trotzdem, die noch dazu vom neu...

 

Die 10. Hochstedter Museumsnacht sollte am 30. Mai ganz im Zeichen der Landwirtschaft stehen. Daraus wurde aus technischen Gründen leider nichts und sollte bei der nächsten Museumsnacht im kommenden Jahr nachgeholt werden. Aber auch wenn kein spezielles Thema die Museumsnacht beherrscht, gibt es eine solche Nacht. In der Woche vor der Nacht, in der das Museum im Mittelpunkt stehen sollte wurden Vorbereitungen dafür getroffen. Zelte mussten im Hof...

Das Frühstück gab es heute bereits ab 6.30 Uhr. Die Koffer sollten wieder kurz vor 8.00 Uhr in den Bus geladen werden, wobei wir Erfurter zuerst verladen werden sollten. Der Bus würde durchfahren, so dass wir auf unseren Plätzen sitzen bleiben konnten bis zum Schluss. So ganz die ersten beim Verladen waren wir dann doch nicht, aber die Ordnung im Kofferraum wurde von Angelika vorgegeben. Es war wenige Minuten später als wir von Zagreb abfahren konnten.

Nicht einmal zwanzig Minuten später hatten wir die Autobahn erreicht und die erste Mautstelle kurz darauf. Das Wetter zeigte sich trüb, es waren um die 15°C. Die slowenische Grenze erreichten wir nach einstündiger Fahrt. Vier Minuten später war die Passkontrolle erledigt und wir konnten unsere Fahrt fortsetzen. Nun ging es auf der Landstraße in Richtung Maribor.
Die Autobahn erreichten wir etwas später wieder. Darauf kamen wir wieder zügiger voran. Nach einer ersten Rast an einer Tankstelle erreichten wir kurz nach 10.00 Uhr den Grenzübergang nach Österreich. Von dort ging es durch die Steiermark, vorbei an Graz in Richtung Salzburg. Die flachere Landschaft zu Beginn wurde zunächst hügelig und dann bergig. Inzwischen hatte sich die Sonne gezeigt, so dass es bei schönstem Wetter durch Österreich ging. Angelika hatte währenddessen Beurteilungszettel ausgeteilt, um unsere Meinung zur Reise zu erfahren.

Grenze nach Slowenien Unterwegs in Slowenien
Grenze nach Österreich In Österreich
 

Eine halbe Stunde später hatte sich die Sonne bereits wieder hinter grauen Wolken versteckt während wir durch ein Tal fuhren, dass von beiden Seiten von hohen Bergen gesäumt wurde. Die hohen Erhebungen waren dabei auch wieder mit Schnee bedeckt (Großer Schober).
Das Kloster Admond mit seinen zwei siebzig Meter hohen Türmen erreichten wir um die Mittagszeit. Bekannt ist das Kloster durch seine Bibliothek.
Kurz darauf wurden die Treueherzen von Weltenbummler ausgegeben, die – wenn man sammelt – die Treue der Reisenden für Weltenbummler mit Preisen belohnt. Bis Salzburg waren es zu diesem Zeitpunkt noch 144 Kilometer.
Raststätte St. Pankraz erreichten wir gleich darauf und blieben für eine halbe Stunde. Während der Rast pfiff ein kalter Wind zwischen den Bergen. Schließlich ging es kurz vor 13.00 Uhr weiter. Wenig später reihte sich ein Tunnel an den anderen. Nach einer viertel Stunde Fahrt hatten wir die Tunnelkette hinter uns gelassen, dafür fing es an zu regnen.

Rastplatz
Grenze nach Deutschland und der Inn

Gegen 14.00 erreichten wir den Inn und die Grenze nach Deutschland. Der Himmel war einheitlich grau gefärbt, es war jedoch trocken. Zwanzig Minuten später überquerten wir bei Passau die Donau.
Rechts von uns erstreckte sich der Bayerische Wald. Hier lugte auch wieder einmal die Sonne hervor. Die Donau überquerten wir erneut weitere zwanzig Minuten später bei Deggendorf.
An der Raststätte Bayerischer Wald war die nächste Pause vorgesehen. Wir erreichten sie um 15.00 Uhr, etwa dreißig Minuten später fuhren wir weiter. Nun war es Zeit, dass wir uns bei der Reiseleiterin und beim Busfahrer für ihre Arbeit in der letzten Woche bedankten, natürlich in Form eines Klingelbittels. Sie bedankten sich ihrerseits herzlich bei den Mitreisenden. Kurz darauf fuhren wir an der Wallhalla vorüber.

Donau bei Deggendorf Raststätte

Die Donau überquerten wir um 16.00 Uhr ein letztes Mal. Ab diesem Zeitpunkt war die Sonne eigentlich unser ständiger Begleiter. Das Außenthermometer des Busses zeigte 19°C an.
Die letzte Pause legten wir gegen 17.30 Uhr im Autohof Thiersheim ein. Dort war auch Fahrerwechsel und wir verabschiedeten uns von Frank, der uns die vielen Kilometer sicher gefahren hatte. Die Sonne schien noch immer und bescherte uns milde 17°C.

Geplante Ankunftszeit in Erfurt sollte etwa 20.30 Uhr sein. Die ersten Reisegäste waren bereits vor fast zwei Stunden in Schleiz ausgestiegen. Angelika verabschiedete sich von uns gegen 19.00 Uhr am Hermsdorfer Kreuz. Jetzt sollten noch Fahrgäste in Jena und Gelmeroda abgesetzt werden, bevor wir Erfurt erreichten. Jena hatten wir 19.25 Uhr erreicht und Gelmeroda fünfundzwanzig Minuten später. Kurz nach 20 Uhr fuhren wir auf de B7 an Hochstedt vorbei und waren dann ein paar Minuten vor 20.30 Uhr in Erfurt. Dort verabschiedeten wir uns von unseren Mitgereisten aus Erfurt, Kerspleben, Berlstedt usw. In Hochstedt waren wir 20.45 Uhr.

Da wir heute lange fahren würden - bis Zagreb waren es immerhin etwa 600 Kilometer - war das Kofferverladen bereits für kurz vor 8.00 Uhr angesetzt. Wir versuchten daher um 6.50 Uhr unser Glück mit dem Frühstück. Das war tatsächlich schon in vollem Gange, obwohl offizieller Frühstücksbeginn erst ab 7.00 Uhr war. Anschießend verabschiedeten wir uns vom Meeresrauschen. Die Abfahrt am Astarea-Hotel war dann nach dem Verstauen der Koffer um 8.00 Uhr. Da der Bus schräg am Berg stand gab es zunächst Schwierigkeiten beim Schließen der Tür. Wir und der Busfahrer nahmen es locker. Dann ging es in Richtung Norden voran und wir passierten Dubrovnik, wie schon am Tag davor, auf der Straße oberhalb der Altstadt.

Kreuzfahrt mit Kurs auf Dubrovnik Halbinsel Pelješac

Die zweitlängste Befestigungsmauer der Welt auf der Halbinsel Pelješac passierten wir um 9.00 Uhr, damit durfte die Grenze zu Bosnien und Herzegovina nicht mehr weit entfernt sein. Die Reiseleiterin hatte uns auf der Herfahrt bereits mitgeteilt, dass die gesamte Befestigungsanlage zur Sicherung wichtiger Häfen errichtet worden war und aus insgesamt drei Burgen, vierzig Türmen und einer fünf Kilometer langen und bis zu zehn Meter hohen Mauer bestand.

Kurz darauf standen wir an der Grenze,wie noch weitere fünf Busse vor uns. Anscheinend wurde heute kontrolliert. Wir durften jedoch an drei Bussen vorbei fahren und hatten nach sieben Minuten die erste Grenze hinter uns gelassen. Angelika kündigte in Kürze eine kleine Pause in Neum an. Wir hielten wieder an der Raststätte, an der wir auf der Hinfahrt schon Halt gemacht hatten. Diejenigen, die vor zwei Tagen keinen Lavendeltee gekauft hatten, deckten sich nun damit ein.

Inzwischen hatte sich auch die Sonne durch den Hochnebel gekämpft und es wurde richtig heiß draußen. Zum Glück hatten wir Klimaanlage und merkten davon nichts. Nachdem wir die Grenze nach Kroatien erreicht hatten, konnten wir ebenfalls ohne Verzögerung weiterfahren.

Gegen 10.00 Uhr verließen wir die Küstenstraße und damit die Adria. Mit einem Hupen grüßten wir im Vorbeifahren kurz darauf die Orangenschalen- und Mandarinenhändler. Unter uns erstreckte sich die Ebene mit den Orangen- und Mandarinenplantagen. Als wir die Ebene erreicht hatten, folgten wir ein Stück dem Lauf des Neretva. Kurze Zeit darauf, bei Rogotin, begann sich unser Bus ins Gebirge hinauf zu schrauben. Neben uns befand sich wieder das Gebiet um die acht Seen - von hier waren es noch 526 Kilometer bis Zagreb. Es ging durch einen kurzen Tunnel und in das Hinterland hinein. Bei Ploče gelangten wir auf die Autobahn, die wir kurz darauf erreicht hatten. Um 11.15 Uhr war Zagreb noch immer fast 400 km entfernt und bis Split waren es 26 km. Der Himmel hatte sich mit einem eintönigen Grau überzogen, trotzdem waren es draußen noch 24 °C. Rechts und links der Autobahn wechselten sich Berge mit Tälern ab, die größtenteils nur spärlich besiedelt waren. Um 12.00 hatten wir die Abfahrt Primosten erreicht, inzwischen hatte es sogar angefangen zu regnen. Wir hatten mit unserer Reise wirklich Wetterglück gehabt.

 

Zur Mittagszeit machten wir eine längere Pause, die zum Essen genutzt wurde. Etwas mehr als eine halbe Stunde dauerte dann die Fahrt bis zum Velebit-Kanal. Das Gebirge mit gleichem Namen erhob sich mächtig dahinter. Wolken versuchten darüber hinweg zu klettern und wir waren gespannt, was für Wetter uns hinter dem ersten Gebirgszug erwartete. Es sah am Himmel relativ grau aus.

Die Autobahn zog sich in großen Serpentinenschleifen in das Gebirge hinauf. Als wir den Sveti-Rock-Tunnel durchquerten war die Temperatur draußen unterdessen auf 17 °C gefallen und wir befürchteten am anderen Ende der Tunnelröhre womöglich auf Schnee zu treffen. Hinter dem Tunnel waren es nur noch 14,6°C - zum Glück lag kein Schnee.
Nach einem weiteren Tunnel schüttete es wie aus Kannen und die Temperatur war auf 13 °C gesunken. Da wir in Zagreb noch etwas unternehmen wollten, würden wohl die Regenjacken zum Einsatz kommen müssen.
Gegen 14.30 Uhr hatten wir die Abfahrt zu den Plitwitzer Seen erreicht. Es regnete noch immer und bis Zagreb hatten wir weitere 144 km zu absolvieren.

Ankunft in Zagreb und am Hotel

Wir legten dann noch eine kurze Pause ein während der uns der Regen dann eingeholte.
Das Hotel Central in Zagreb erreichten wir kurz nach 16.30 Uhr und wir freuten uns über die zeitige Ankunft, da wir so vor dem Abendessen noch einen Ausflug in die Stadt unternehmen konnten. Das Hotel Central lag genau gegenüber vom Bahnhof und bis zum Zentrum der Stadt war es nicht allzu weit. Wir verabredeten eine halbe Stunde später unseren Rundweg in der Unterstadt - in dieser befanden wir uns - zu unternehmen. An der Rezeption hatten Stadtpläne ausgelegen, die die Route beschrieb, der wir folgen sollten. Los ging es vor unserem Hotel mit dem angrenzenden Park. Hier befand sich ein Reiterstandbild von König Tomislav, dem ersten Kroatischen Köng. Er regierte von 910 bis 928, dahinter lag ein kleiner Park mit Springbrunnen und ein Kunstpavillon.

Stadtrundgang Denkmal des Königs Tomislav mit Kunstpavillon dahinter
Nationaltheater Reiterstandbild des Ban-Jelačić

Wir folgten, der vorgeschriebenen Erkundungstour durch das Areal mit Bauten aus dem Historismus (1860-1900) und dem Jugendstil. Es ging vorbei an der prächtigen Fassade des Nationaltheaters und an zahlreichen Museen und Galerien. Inzwischen waren die ersten Tropfen vom Himmel gefallen. Wir erreichten das Stadtzentrum mit dem Ban-Jelaćič-Platz, der die Oberstadt mit der Unterstadt verbindet. Er entstand im 17. Jahrhundert als neuer Marktplatz. Von hier gingen wir zur Oberstadt hinauf, wo die mächtige Kathedrale Zagrebs, mit Namen "Kathedrale der Himmelfahrt der seligen Jungfrau Maria" steht. Ehemals war die Kathedrale unter der Bezeichnung Stephansdom bekannt. Einer der beiden Türme war eingerüstet, wie sich schnell herausstellen sollte aus gutem Grund.

Kathedrale mit Marienbrunnen davor

Ein starkes Erdbeben am 9. November 1880 beschädigte das Gebäude stark. Die Turmuhr der Kathedrale war um 7.03 Uhr stehen geblieben. Im Jahr 1901 konnte der Wiederaufbau abgeschlossen werden. Seither setzten dem Sakralgebäude Witterungseinflüsse und Schadstoffe in der Luft stark zu. Im Jahr 1990 begann eine gründliche Erneuerung der Kathedrale. Bis 2011 wurden 720 Kubikmeter neue Steine verbaut. Ganz deutlich konnte man den Verfall anhand zweier Turmspitzen erkennen, die neben der Kathedrale aufgestellt worden waren.D ie linke zeigt deutliche Verfallsspuren - so waren die Ornamente und figürlichen Darstellungen kaum noch zu erkennen. Rechts daneben stand die neue Turmspitze in ihrer ganzen historischen Pracht.
Leider war es nicht möglich, den Innenraum der Kathedrale zu besichtigen, da dort gerade die heilige Messe zelebriert wurde. Draußen, vor dem Portal erhebt sich inmitten eines Brunnens eine Säule mit einer goldenen Madonnenskulptur, daher die Bezeichnung Madonnenbrunnen. Am Fuß der Säule sind vier Engelsfiguren zu sehen.

Alte und neue Turmspitze Restaurierungsarbeiten

Von hier machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. Es hatte angefangem leicht zu regnen. Auch auf unserem Rückweh ging es an zahlreichen Museen, wie dem Archäologischen Museum mit seine bekannten Ägyptischen Sammlung vorbei, aber auch an Parks. In einem, dem am Szrinski-Platz, stand ein Pavillon in dem Musiker ihre Instrumente stimmten. Wir waren rechtzeitig im Hotel zurück denn um 19.00 Uhr wurde das Abendessen serviert. Wir waren nicht nur über den Hauptgang verwundert, der sparsamer nicht zu kochen ging, auch der Nachtisch verwunderte, denn es gab für jeden eine Banane.

Nachts in Zagreb

Wir trafen uns kurz nach 20.00 Uhr, um unsere letzten Kuna auszugeben und suchten dazu eine Gaststätte im Zentrum aus. Wir setzten uns unter einen großen Schirm – der Regen hatte zum Glück aufgehört – und tranken dort Rot- und Weißwein, Bier und Wasser. Bis 22.30 Uhr hatten wir fast alles kroatisches Geld ausgegeben. Eine viertel Stunde später waren wir wieder im Hotel und bereiteten uns mit Schlaf auf die morgige Rückfahrt vor.

Heute stand Dubrovnik auf dem Programm. Wir hatten uns für 7.30 Uhr zum Frühstück verabredet und fuhren noch vor 9.00 Uhr vom Hotel in Richtung Stadt ab. Diese frühe Abfahrt hatte auch einen Grund, denn nachmittags sollen die Straßen Dubrovniks übervoll mit Touristen sein.

Schon um 9.30 Uhr sollte die Stadtführung beginnen. Es war geplant, bereits um 14.30 Uhr zurück im Hotel zu sein. Zunächst mussten wir aber erst einmal hinkommen. Nach fünf Minuten Fahrt hielten wir an der ersten Ampel. Dann ging es jedoch zügig voran und wir erreichten die Altstadt nach Abschleppen eines Transporters nach nur fünfzehn Minuten Fahrzeit.

Daniela hieß unsere Stadtführerin für Dubrovnik. Wir betraten die Stadt über das Stadttor - dem Pile-Tor, mit dem Stadtpatron über dem Portal, St. Blasius - zur Landseite hin. In vergangener Zeit gab es dort eine Zugbrücke. Sie war dafür da, Feinde abzuhalten, die Stadt zu betreten. Durch das Tor ging es praktisch durch die äußere Stadtmauer über eine Rampe hinunter zum inneren Stadttor. Zwischen beiden Toren waren Stadtpläne angebracht. Der rechte zeigte die Treffer beim Beschuss Dubrovniks während des Angriffs der Jugoslawischen Bundesarmee und serbisch-montenegrinischer Truppen im Jahr 1991.

Sobald auch das zweite Tor passiert war, stand man am Anfang der Hauptstraße durch Dubrovnik. Sie markiert den ehemaligen Kanal, der die heutige Halbinsel damals zur Insel gemacht hatte. Auf der Landseite lebten die Slawen, auf der Insel die Ureinwohner Dubrovniks. Mit der Zeit entwickelten sich freundschaftliche Beziehungen zwischen der Insel-Siedlung und der slawischen Bevölkerung auf dem Festland. Im 12. Jahrhundert wurde der Kanal zwischen dem Festland und der Insel aufgeschüttet, wodurch die beiden Siedlungen zusammenwuchsen. Heute befindet sich an dieser Stelle die berühmte Hauptstraße Dubrovniks, der Stradun.

Pile-Tor mit St. Blasius - dem Stadtpatron darüber
Zwischen erstem und zweitem Stadttor die Karte mit den Schäden, die während des Beschusses im Jahre 1991 entstanden waren
  Erlöserkapelle

Hier standen wir nun und Daniela erzählte erst einmal etwas über den Brunnen, der hier stand, denn dieser befand sich mitten auf dem Platz am Pile-Tor. Dabei handelt es sich um den großen Onofrio-Brunnen mit sechzehn Wasserspeiern, gebaut 1438 vom Neapolitaner Onofrio della Cava.
Auf der anderen Seite lehnt sich die Erlöserkapelle, Sveti Spas, an die Stadtmauer. Von hier ging es den Stradun entlang. Rechts und links führten enge Gässchen zwischen hohen mittelalterlichen Gebäuden hindurch. Im oberen Teil hing zumeist Wäsche quer über den Spalt der Gasse. Auf der Bergseite waren im hinteren Teil der Gassen Stufen zu erkennen. Fahrzeuge gab es hier sowieso nicht, also konnte man seine Beine auch zum Treppensteigen benutzen. Jedoch eine Tageszeit schien eine Ausnahme mit dem Fahrzeugverbot darzustellen: der frühe Vormittag. Zu dieser Zeit waren wir hier unterwegs. Post- und kleine Müllfahrzeuge waren auf dem alten Pflaster, genauso wie Lieferwagen.

Am Onofrio-Brunnen Stradun
Altstadtgasse Luža-Platz mit St. Blasius-Kirche

Daniela erklärte uns die Architektur der Gebäude an der Hauptstraße. Nach dem verherenden Erdbeben vom 6. April 1662 waren die reichen Patrizierhäuser etwas schlichter wiederaufgebaut worden, wobei darauf geachtet wurde, im Erdgeschoss Ladenlokale einzurichten. Der Handel in der Stadt sollte belebt werden. Hinter jedem der Rundbögen befand sich ein Laden.

 



Am anderen Ende der Straße, am Luža-Platz befindet sich die wohl südlichste Rolandsäule, das Zeichen einer freien Stadt. Dahinter steht die barocke St. Blasius-Kirche, die im Krieg, Anfang der 1990er Jahre stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die Restaurierung des Innenraums soll im nächsten Februar zum 300. Jubiläum der Kirche abgeschlossen sein.

 

Sponza-Palast
St. Blasius Roland

Gegenüber steht der beim Erdbeben nicht zerstörte Sponza-Palast. Hier war einst das Zoll- und Schatzamt der Stadt untergebracht. Rechts daneben gibt es einen Durchgang zum Hafen und daneben steht der Uhrturm. Daniela meinte, dass sich die Einwohner der Stadt an den Glockenschlägern der Uhr im Turm orientierten und nicht unbedingt eine bei sich haben müssen. Wir gingen weiter, am Rathausbau, dem Rektorenpalast, mit seinem herrlichen Innenhof vorbei. Wir machten kurz Halt an der im römischen Barock sehr schlicht gehaltenen Kathedrale Sv. Gospa. Gegenüber betraten wir durch ein Tor den alten Hafen. Hier legen die Ausflugsboote zur gegenüber liegenden Insel Lokrum ab. Da der Wind ziemlich heftig an diesem Tag wehte, beneideten wir die Ausflugsgäste nicht.

Rektorenpalast Blick zur Kathedrale Sv. Gospa
Innenhof des Rektorenpalastes Während der Stadtführung
Alter Hafen

Vor dem Uhrenturm endete Danielas Stadtführung und wir hatten bis 14 Uhr Zeit, um die Stadt selbst zu erkunden. Unsere Gruppe teilte sich in lauffreudig und laufmüde. Wir gingen quer durch die Gassen der Altstadt, stöberten durch Geschäfte und standen wieder am großen Onofrio-Brunnen. Hier gab es die Tickets für den Stadtrundgang auf der Stadtmauer. Das dürfte einmalig sein und wir wollten die Altstadt auf diesem Weg erkunden. Die Mauer ist auf der Landseite 4-5 m stark und auf der Seeseite 1,5 bis 3 Meter. Es gibt mehrere Aufgänge, wir benutzten den am Pile-Tor. Über eine steile Steintreppe gelangten wir auf die im Schnitt 25 Meter hohe Mauer. Ein Schild wies die Mauerbegehung als Einbahnweg aus, entgegen dem Uhrzeigersinn zu erschließen. Zuerst ging es also über zahlreiche Stufen wieder abwärts, dann wieder hinauf, immer in Richtung Meer.

Am Ende der Stadtführung Aufstieg zum Uhrenturm
Onofrio-Brunnen Blick auf die Festung Lovrijenac

Immer wieder gab es Aussichtsplattformen oder Türme, von denen aus man herrlichste Stadt-oder Meeresansichten hatte. Von hier oben aus konnte man auch gut ausmachen, welche Schäden die Stadt im Krieg in den 1990er Jahren davongetragen hatte, denn zahlreiche Dächer mussten neu gedeckt werden.

 


 

Wir brauchten für den kompletten Rundgang etwa 100 Minuten und bereuten diesen nicht, obwohl eine starke Briese von der Seeseite uns entgegen schlug. Der Himmel war jedoch blau bis diesig und die Sonne schien. Wir stiegen den höchsten Wehrturm der Stadtbefestigung hinauf und hatten fast am Abschluss unseres Rundweges noch einmal einen grandiosen Blick über die Stadt. Danach ging es auf der Stadtmauer wieder bergab und wir erreichten den Ausgangspunkt über dem Pile-Tor und stiegen von der Stadtmauer zum Stradun herunter.

Auf der Seeseite der Stadtmauer
Über dem alten Hafen
Hinauf zur Landseite der Mauer
Minčeta-Turm, die höchste Stelle der Stadtbefestigung Blick vom Minčeta-Turm (aus dem 14./15. Jh.)
Blick vom Minčeta-Turm auf ein Basketball-Spielfeld über den Dächern der Altstadt Abstieg vom Minčeta-Turm
Abstieg von der Stadtmauer Pause in der Altstadt

Anschließend suchten wir uns in einer ruhigen Altstadtgasse eine Gaststätte, wo wir uns bis zum Treffen am Bus ein kühles Bier zum Mittagessen genehmigten. Inzwischen hatte sich die Hauptstraße derart mit Menschen gefüllt, dass weder Gebäude, noch sonstiges zu erkennen war und wir froh waren, so früh unsere Stadtführung gehabt zu haben.

 


 

Warten auf den Bus Fahrt zurück zum Hotel

Pünktlich um 14.00 Uhr ging es wieder von Dubrovnik los. Zehn Minuten später machten wir noch einen Fotostop und dann ging es zum Hotel zurück, dass wir eine halbe Stunde später erreichten. Den Nachmittag konnte jeder gestalten wie er wollte. Eigentlich sollte ein Badenachmittag daraus werden, aber die Sonne spielte nicht richtig mit. Der Wind hatte noch einmal kräftig zugelegt, so dass die Wellen schon heftig an den Strand klatschten. Im Pool drehten dann einige ihre Runden, während andere sich ausruhten oder zum anderen Ende der Bucht spazierten. Dabei wurden immer neue Baustellen entdeckt. Im Bereich der Bucht von Mlini und Srebreno entstanden Wege, Straßen, Plätze und Hotels. Anscheinend soll das ganze Gebiet noch stärker touristisch eingebunden werden.

An der Promenade von Mlini Blick von der anderen Seite der Bucht zum Hotel
Promenade von Mlini Im Wein-Restaurant

Auf der anderen Seite der Bucht befanden wir uns praktisch gegenüber von unserem Hotel. Auf dem Rückweg entdeckten wir noch ein kleines Gasthaus am Berghang, wo wir einen Wein als Einstimmung auf den Abend genossen.
Nach dem Abendessen hatten wir uns am Strand verabredet. Dort befand sich eine Strandbar mit Stühlen und Tischen, die tagsüber betrieben wurde. Wir setzten uns an einen großen Tisch und ließen roten und weißen Wein, den wir in Dubrovnik erstanden hatten durch unsere Kehlen rinnen. Der Wind blies zwar immer noch recht heftig, jedoch ungewohnt warm. Wir brauchten weder lange Hose, noch Jacke.
Später machten wir uns hinauf auf unsere Zimmer und bereiteten uns auf unsere letzte Nacht an der Adria vor.

 

Das Frühstück gab es für uns heute bereits um 7.00 Uhr, denn schon eine Stunde später war Kofferverladezeit, was bedeutete, dass es heute wieder weiter in Richtung Süden ging. Das Endziel des Tages sollte Dubrovnik sein, zumindest die Gegend um die Stadt.

Kofferverladung und Abschied vom Hotel
Zum Hotel umgebauter Wachturm, der Rest eines Kastells. Trogir

Zuvor würden wir aber Halt in Split machen. Kurz nachdem die Koffer im Bauch des Busses verstaut waren ging die Fahrt los, zunächst auf der gleichen Küstenstraße wie am Vortag bis nach Trogir. An der Stadt unseres Vortagsbesuches fuhren wir etwa eine halbe Stunde Später vorüber. Zuvor waren wir jedoch wieder am zum Hotel umfunktionierten Wachturm von Marina vorbei gekommen, dem ehemaligen Turm der Bischöfe von Trogir. Weitere fünf Minuten Später passierten wir den Flugplatz von Split.

Split ist nicht mehr weit Römischer Aquädukt
Ankunft in Split in der Nähe des Diokletian-Palastes

Die Stadt selbst hatten wir kurz vor 9.00 Uhr erreicht. Vom Stadtrand hinein ins Zentrum kamen wir nur schleppend voran. Links neben der Einfahrtstraße konnte man schon das erste Bauwerk aus römischer Zeit bewundern: einen Aquädukt. Dieser entstand am Übergang vom 3. bis 4. Jahrhundert zur Versorgung des Diokletianpalastes mit Wasser aus dem Fluss Jadro.

Auf der Einfahrtstraße in Richtung Innenstadt gab es viele Ampeln und das Fahrzeugaufkommen war sehr hoch - immerhin ist Split die zweitgrößte Stadt Kroatens mit fast 170 000 Einwohnern. Trotzdem kamen wir sehr verfrüht am Treffpunkt mit der Stadtführerin an - es sollte wieder Beti sein, die uns am Vortag schon Trogir gezeigt hatte. Wir stiegen in unmittelbarer Nähe des Diokletianspalastes aus. Der Bus hatte dort seinen Parkplatz gefunden. Mit der Gästeführerin war verabredet worden, dass sie mit der Führung um 10.00 Uhr beginnen sollte. Damit konnten wir uns noch etwas mehr als eine halbe Stunde selbst umsehen.

Gleich neben den Mauern des Kaiserpalastes erstreckte sich der Markt der Stadt mit unzähligen Ständen, allerhand Krimskrams touristischer Art wie Taschen, Tücher, Muscheln, Schmuck und noch vielem mehr. Ein großer Teil des Marktes war der Umschlagplatz für frisches Gemüse und Obst, ein anderer für Blumen. Nach dem Rundgang war die Zeit herangerückt, die Stadtführerin zu begrüßen oder sie uns.

Zunächst erklärte sie uns die Altstadt Splits, die zum Großteil aus dem ehemaligen Palast des römischen Kaisers bestand, jedoch über die Jahrhunderte immer weiter verändert wurde, an einem großen Stadtplan. Diokletian ließ hier in seiner Heimat den Palast um das Jahr 300 errichten und wohnte mit seiner Frau darin. Nach deren Ableben nutzte das römische Reich den Palast als Verwaltungssitz, Kaserne und Produktionsstätte. Der eigentliche Wohntrakt diente noch verschiedenen Kaisern als Ruhesitz oder auch als Verbannungsort. Mit dem Niedergang des römischen Reiches verfiel auch der Palast und diente nur noch als Militärbasis.

Awaren und Slawen überfielen und zerstörten im 7. Jahrhundert die Stadt Salona, deren Einwohner in den Palast des Diokletian flüchteten und sich häuslich einrichteten. Nach und nach bauten sie den Palastkomplex zur Stadt aus.

Vor dem Palastgelände - der heutigen Altstadt
Kellergewölbe

Wir betraten die Stadt durch das zum Wasser hin gelegene Portal und gelangten zunächst in den Keller mit hohem Gewölbe. Hier erklärte uns Beti, dass zwei verschiedene Ziegel verbaut worden waren. Die roten Ziegel hatte man gebrannt, während die gelben ungebrannt blieben. Da bei Erdbeben die gebrannten Ziegel schneller zerbrechen als die ungebrannten, sorgte die Mischung für mehr Stabilität.

 


Nachdem wir den Keller mit den Souvenirgeschäften hinter uns gelassen hatten waren wir nun im Inneren des ehemaligen Palastes. Viel ist nicht vom Kaiserpalast übrig geblieben, dass die Jahrhunderte überdauert hätte, zumindest nichts, was einem sogleich ins Auge gesprungen wäre. Jedoch ragte vor uns der Turm der Kathedrale auf, der Campanile, der jedoch erst später erbaut worden war.

Der Glockenturm der Kathedrale und enge Gassen
Antike Mosaikfußböden und Wohnhäuser in der Nachbarschaft
Rekonstruierte Innenfassade Wohnen in Ruinen

Nachdem wir enge Gässchen und Treppen hinter uns gelassen hatten befanden wir uns im Bereich der ehemaligen kaiserlichen Privatgemächer. Hier konnte noch antike Fußbodenmosaike bewundert werden, aber auch die rekonstruierte Innenfassade der Palastmauern. Gegenüber gab es jedoch auch halb zerfallene Häuser in denen augenscheinlich noch gewohnt wurde. Gleich neben der Kathedrale des Heiligen Dominus mit ihrem Kranz aus insgesamt vierundzwanzig Säulen, erfuhren wir von Beti, dass die Kirche eine der ältesten der katholischen Glaubensgemeinschaft sei. Ursprünglich war sie das Mausoleum Kaiser Diokletians und das seiner Gattin. Nachdem jedoch die Salonitaner die Stadt bewohnten, wurden die Gebeine der einstigen Herrscher daraus entfernt. Diokletian war einer der letzten großen Christenverfolger und hatte viele Christen hinrichten lassen. Die Gebeine einiger Märtyrer, die unter ihm ums Leben gekommen waren, wurden von nun an in der Kirche verehrt.

Kathedrale, umringt von 24 Säulen mit korinthischen Kapitellen
Zwischen den Säulen wacht ein 3500 Jahre alter Sphinx

Wir gelangten zum Platz des Peristyl, wo sich auch der Eingang zur Kathedrale befindet. Der Platz wurde einst vom Kaiser genutzt, um sich dort huldigen zu lassen. Später wurde er zum religiösen Zentrum der Stadt. Heute werden hier mitunter auch Klassische Theater- oder Opernaufführungen gezeigt.

Peristyl Eingang zur Kathedrale
Peristyl

Der 61 Meter hohe Glockenturm der Kathedrale, der zwischen dem 13. und 16. Jh. erbaut worden war, bietet die Möglichkeit sich von oben die Stadt anzusehen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen! Damit begann der Aufstieg auf den besterhaltendsten Turm an der Küste aus dieser Zeit über sechs Stockwerke.

 


 

Das Zentrum des Kaiserpalastes liegt von hier nicht weit entfernt und ist in Form einer Rosette im Steinboden abgebildet. Heute befindet sich der originale Boden mit der Rosette inmitten der Schalterhalle einer Bank. Beti zeigte uns auch verschiedene Schmuckelemente an Häuserfassaden, wie etwa den Köpf einer ägyptischen Statue. Wenig später gelangten wir zum Palasttor Porta Aurea. Es lag genau gegenüber vom seeseitigen Zugang, von wo wir gekommen waren. Hier hatten sich zwei große Römer postiert, die sich für einen kleinen Obolus gern in ihren historischen Gewändern fotografieren ließen. Nur wenige Meter von hier entfernt konnte man ein hohes Denkmal ausmachen. Es zeigt Gregor, den Bischof von Nin. Er war von etwa 900 bis 929 Bischof und auch Kanzler des mittelalterlichen kroatischen Königreiches.

Der Mittelpunkt des Palastkomplexes
Fassadenschmuck Ägyptischer Kopf an einer der Fassaden
Palasttor Porta Aurea, bewacht von Römischen Soldaten

Im Schatten der Palastmauern ging unser Rundgang nun außen herum weiter. Es ging vorbei an römischen Säulenkapitellen, die auf einer Rasenfläche abgelegt worden waren, an Geschäften in denen auch Süßigkeiten angeboten wurden und am westlichen Tor zum Kaiserpalast. Dort, am Volksplatz (Narodni Trg), direkt neben dem Uhrturm steht ein romanisch-gotische Haus aus dem 14. Jh. mit seinen für die Romanik typischen Rundbogenfenstern. In der Nische befindet sich das Relief des Heiligen Antonius.

Wir gelangten auf einem weiteren Platz der Altstadt, die sich im Westen an den ehemaligen Kaiserpalast anlehnt, den Trg Braće Radica oder von den Einheimischen Obst-Platz genannt, weil hier früher mit Obst gehandelt wurde. Dort steht das Denkmal für den kroatischen Dichter Marko Marulić (1450-1524), welcher in Split geboren wurde. Eine Ecke des Platzes wird von einem achteckigen venezianischen Turm eingenommen, das Überbleibsel einer Festung aus dem 15. Jh.

An den Außenmauern des Kaiserpalastes entlang
Geschäfte Zugang zum Westtor des Palastes, Uhrturm und Antonius-Relief
Obstplatz
Freud-Gedenktafel Promenade
Verdiente Pause auf der Promenade

Vom Obstplatz war es nicht weit bis zur Uferpromenade. Dabei zeigte uns Beti noch eine Gedenktafel mit der Abbildung des berühmten Begründers der Psychoanalyse, Sigmund Freud. Dieser war auf seiner Besichtigungsreise zu antiken Städten im September 1898 auch in Split gewesen. Hier verabschiedeten wir uns von Beti und legten in einem Restaurant an der Uferpromenade eine wohlverdiente Pause ein.

 


Im Anschluss ging es mit dem Bus ab 12.00 Uhr weiter in Richtung Süden, zunächst immer an der Adria entlang. Nach einer Stunde Fahrt gab es die bestellten Bockwürste und anderen Speisen. Um 13.35 erreichten wir die Markaska Riviera, die etwa 45 Kilometer lang ist und sich von Brela im Norden bis Gradac im Süden erstreckt. Hier ist die Küstenlandschaft besonders reizvoll. Auch die Inseln Brač, Hvar, Korčula und die Halbinsel Pelješac an denen wir vorbei fuhren zählen zur Riviera, die nach dem Hauptort, Makarska, benannt wurde.

 

Weiterfahrt nach Süden
An der Makarska-Riviera

Wir setzten unsere Fahrt fort und die Küstenstraße wand sich steilen Berghängen hinauf. Zwischendurch machten wir immer mal wieder Pause und nutzten diese um die Landschaft ringsumher zu genießen. Dies gelang uns ganz besonders gegen 15.00 Uhr als sich tief unter uns von einem Berghang aus das Delta der Neretva ausbreitete. Der Fluss fließt etwas mehr als zweihundert Kilometer in Bosnien und Herzegowina und am Ende zweiundzwanzig Kilometer in Kroatien. Hier bildete er ein fruchtbares Delta, wo allerlei Früchte, wie Mandarinen und Gemüse angebaut werden. Wir hatten bei einigen an der Straße aufgestellten Holzhäusern angehalten, wo man verschiedene Köstlichkeiten erstehen konnte, wie kandierte Orangenschalen oder eben Mandarinen. Etwa eine halbe Stunde nach unserer Abfahrt dort erreichten wir die Grenze zu Bosnien Herzegowina. Kurz darauf legten wir eine Pause in Neum ein und hielten dort vor einem Markt mit Restaurant und herrlicher Aussicht auf die Adria. Weiter ging die Fahrt bis die Kroatische Grenze erreicht war - denn das Gebiet um Dubrovnik bildet ja eine Exklave. Dubrovnik selbst sollte noch eineinhalb Stunden entfernt sein.

Mandarinen_Anbaugebiet im Neretva-Delta
Grenzübergang zu Bosnien und Herzegowina In Neum in Bosnien und Herzegowina

 


 

Kurz vor Dubrovnik hielten wir für einen kurzen Foto-Stop an der Franjo-Tuđman-Brücke, die sich vor Dubrovnik in einer Länge von 518 Metern, 52 Meter über dem Wasser über die Bucht erstreckt. Die Schrägseilbrücke wurde von 1998 bis 2002 gebaut und verkürzt die Fahrstrecke um die Bucht herum um 12 Kilometer. Wir passierte Dubrovnik und konnten aus dem Bus heraus schon einmal einen Blick auf die Altstadt erhaschen, die wir morgen besichtigen würden.

Unser Hotel Astarea hatten wir kurz vor 18.00 Uhr erreicht. Diesmal befanden wir uns etwas oberhalb des Meeres an einem Berghang. Wie sich später herausstellte war das dritte Geschoss unter der Rezeption die Ebene, die sich fast auf Meeresniveau befand. Vom Hotel aus hatte man eine Herrliche Aussicht auf die Bucht von Mlini, wie dieser Ort hieß.

Kurz vor Dubrovnik erreichten wir die Franjo-Tuđman-Brücke
Dubrovnik Fahrt zum Hotel
Aussicht vom Hotel auf Mlini und den Strand

Mlini lag etwa fünfzehn Kilometer südlich von Dubrovnik und präsentierte sich uns mit mediterraner Vegetation. Bei einem Spaziergang entdeckten wir nicht nur die schön angelegte Hotelanlage sondern auch flache Sandstrände, Promenaden, Parks und Blumengärten. Wir beschlossen, nach dem Abendessen noch einmal ein Stück der Promenade zu folgen um den Tag so ausklingen zu lassen.

Hotelterrasse mit Aussicht
Hotelanlage Vor dem Abendessen
Aussicht auf die Bucht
Nächtliche Promenade

 

Der Tag begann diesmal für uns um 7.45 Uhr mit dem Frühstück. Auch heute schien es ein schöner Tag zu werden, denn die Sonne zeigte sich bereits hell scheinend am blauen Himmel, trotz des frühen Morgens. Unseren Fenstern gegenüber standen hohe Pinien, in denen die Eichhörnchen umher sprangen und mit ihrer Knusper-Orgie bereits zu dieser Stunde begonnen hatten.

Das Frühstück genossen wir draußen auf der Terrasse, wo einer unserer Gruppe doch beinahe eine Taube beim Schopf erwischte, die wohl auf ein paar Brötchenkrümel gehofft hatte. Zahlreiche Federn zeugten von der überhasteten Flucht des Tieres, das sich bestimmt so schnell nicht mehr blicken lassen würde.

Die Tagesfahrt begann pünktlich um 9.00 Uhr und sollte uns nach Trogir führen. Die Stadt liegt etwa eine dreiviertel Stunde von Primošten entfernt. Die Tagesplanung sah so aus, dass wir zuerst im Rahmen einer Stadtführung diese alte, griechische Stadtgründung kennenlernen sollten. Danach war wieder Freizeit vorgesehen und gegen 14.00 Uhr würden wir die Rückfahrt antreten.

Vorbei an steinernen Mauern, die Gärten oder Felder voneinander abtrennten- aufeinander getürmte, aufgelesene Steine - folgten wir erneut dem Küstenverlauf. Gärten mit alten Olivenbäumen, Kiwi-Sträuchern und Weinreben wechselten sich ab mit malerischen Buchten, Bootshäfen und Bergen. Es ging vorbei an Dörfern und kleinen Städten. Allerdings gestaltete sich die Fahrt sehr kurvenreich, da die Straße den natürlichen Gegebenheiten angepasst war.

Auf dem Weg nach Trogir fuhren wir an Fischaufzuchten und am modernen Hafen der Stadt vorbei. Bis zur Altstadt mussten wir noch ein Stück laufen. Dabei führte uns der Weg dorthin über einen Markt.

Um 9.35 Uhr hatten wir den Treffpunkt mit der Stadtführerin in Trogir erreicht. Nur wenig später begann die Stadtführung auf der städtisch bebauten Insel. Vor einem alten Stadttor erklärte die Gästeführerin wo die nächsten Toiletten zu finden wären, bevor wir durch das Tor die Stadt betraten.

Stadttor Enge Gassen
Kathedrale Palast der Familie Čipiko

Wir schlängelten uns durch enge Gassen, über glattgelaufene Pflastersteine bis hin zum zentralen Platz vor der Kathedrale. Diese bestach durch ihre vielen Stilrichtungen, von der Romanik über die Gotik (auch Venezianischer Gotik) bis hin zur Renaissance. Sie zählt ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe (wie die gesamte Altstadt) und ist einzigartig auch durch das Relief-Eingangsportal mit der bildlichen Darstellung der Geburt Jesu, direkt über der Tür und seitlicher Darstellung von verschiedenen Monaten, wie dem Dezember mit dem Schlachten von Schweinen, dem Januar mit fertiggestellten Würsten, dem März mit dem heidnischen Mars, dem Juni mit dem Scheren der Schafe usw.

Uhrturm Statue des Heiligen Laurentius
Einzigartige Reliefs am Portal der Kathedrale

Gleich nebenan befindet sich das Rathaus, das mit seinem Innenhof und der gesamten Architektur genauso in Italien stehen könnte. Die umlaufende, steinerne Treppe führte zu einer Tür ziemlich weit oben, verleitete aber zu einigen Fotos von dort.

Turmuhr Stadtloggia

Von hier ging es gleich nebenan in ein weiteres Gebäude, in die "Turmuhr" mit drei steinernen Sarkophagen in ihrem Inneren. Das im 15. Jh. erbaute Gemäuer (Turm) wird auch als Kirche des heiligen Sebastian bezeichnet. Heute ist sie eine Gedenkstätte für die über zwanzig Männer, die in den neunziger Jahren ihr Leben im kroatischen Unabhängigkeitskrieg gelassen hatten. Ursprünglicher Zweck war die Verehrung des Heiligen Sebastian, der die Stadt vor einer Pestepidemie gerettet haben soll. Die Abbildungen der Gefallenen hatte man an den Wänden aufgehangen.

 

 


 

 

 

Neben diesem Uhrenturm, befindet sich, wie in italienischen Renaissance-Städten, eine zum Platz hin offene Säulenhalle, eine Stadtloggia, in welcher Ratssitzungen und Prozesse stattfanden. Als wir die wenigen Stufen hinauf gegangen waren, bemerkten wir, dass sich dort Sänger aufgestellt hatten, die Kostproben ihres Könnens präsentierten und anschließend in Form einer DVD an den Mann bringen wollten. Dabei handelte es sich um den für Dalmatien berühmten Klapa-Gesang, ähnlich der A capella-Musikstücke. Wir bedankten uns für die Darbietung mit Applaus, einige kauften auch eine CD.

Blick von der Stadtloggia zur Kathedrale Stadttor zum Hafen
Uferpromenade Uferpromenade mit Stadtmauer und Festung Kamerlengo am Ende

Von der Stadtloggia ging es durch enge Gassen durch ein weiteres Tor aus der Stadt heraus. Hier hatte man freie Sicht auf den Hafen mit den hohen Kränen. An dieser Stelle war die Führung zu Ende und die Gästeführerin gab uns den Rat mit auf den Weg, die nächsten Stunden bei der eigenständigen Erkundung der Stadt, die Augen eher nach oben zu richten, als nach unten, denn dort wären die schöneren Details zu finden. Wir teilten uns auf. Die einen gingen etwas essen, die anderen schlenderten durch die Altstadt, wieder andere beschlossen den Turm der Kathedrale zu besteigen.

Ein kühles ... Gaststätten an der Promenade

Durch wieder anderen enge Gässchen ging es also zurück zur Kathedrale, deren Innenraum ebenfalls reich geschmückt war. Darin ist auch die Kapelle des Seligen Ivan Trogirski integriert. Sie stellt eines der bedeutendsten Bauwerke der Frührenaissance in Kroatien dar. Hinauf auf den Turm der Kathedrale führte eine steile, enge Wendeltreppe, die auf der ersten Ebene auf einer Art Dachterrasse endete. Von dort ging es den eigentlichen Turm auf Metallstufen hinauf, die nach oben hin immer steiler und kürzer wurden. Der Aufstieg endete direkt unter den Glocken des Turms. Man hätte sie mit der Hand zum Erklingen bringen können.

Enge Gassen Kapelle des Seligen Ivan Trogirski
Turmbesteigung mit außergewöhnlichen Aussichten

Nach ein paar Blicken über die Dächer der Stadt hinüber zu den Bergen oder zum Meer, stiegen wir wieder hinunter. Von der Kathedrale ging es noch einmal quer durch die Gassen, hinüber ans Festland-Ufer um von dort noch einige Bilder von der Kathedrale zu schießen. Genau entgegengesetzt liegt die Festung Kamerlengo. Dorthin führte der Weg als nächstes. Der nahezu quadratische Innenhof wurde oben an den Zinnen von einem Umlauf eingefasst. Dort hinauf führte wiederum eine Treppe. Oben angekommen, konnte man von jeder Seite andere Ansichten der Stadt, des Umlandes oder des Meeres einfangen.

Kathedrale vom Festland Altstadtgassen
Festung
Aussicht vom Turm der Festung

Inzwischen war es an der Zeit Abschied von Trogir zu nehmen. Der Treffpunkt am Bus war 14.00 Uhr und bis dahin galt es noch den kleinen Markt zu erkunden.

 

 


 

 

Der Bus kam pünktlich um uns abzuholen und wir fuhren auf der gleichen Strecke zurück nach Primošten wie am Morgen. Nach der Ankunft im Hotel war Freizeit angesagt, um zu Baden, die Stadt Primošten zu erkunden oder einfach nur zum Ausruhen.

Rückfahrt

Wir erreichten Primošten nach etwa vierzig Minuten Fahrt. Tatsächlich ging die Mehrheit unserer Gruppe zum Meer, einige nach Primošten hinüber. Die Stadt ist auf einer Landzunge erbaut, deren höchste Erhebung mit einer Kirche versehen wurde. Wir betraten durch das Stadttor die Altstadt und folgten erst einmal den Weg um die Halbinsel herum.

Primošten Hoteleingang
Badetag Primošten
Stadttor

Die wunderbarsten Aussichten boten sich von diesem Weg aus bevor wir zur Kirche hinauf stiegen. Von dort hatten wir einen herrlichen Rundumblick auf die Umgebung, wozu auch unser Hotel zählte. Nach dem Kauf von Souvenirs  in Form von Schmuck beim Abstieg, setzten wir uns in ein Restaurant und genossen einen der herrlichen Kroatischen Weißweine.

Auf dem Uferweg
Weg zur Kirche Kircheninneres
Friedhofsaussicht Altstadtgassen
 

Treffpunkt zum Abendessen für uns war um 18.30 Uhr, denn wir wollten anschließend noch Wein am Strand trinken, denn wir hatten in Trogir Flaschen eingekauft, die nun in den Minibars auf den Zimmern gekühlt wurden. Um 20.00 Uhr gingen wir hinunter zum Strand und dort auf dem Uferweg entlang, bis wir die rote Sonne im Meer untergehen sahen. Hier standen Liegen, auf denen wir es uns gemütlich machten, um die Flaschen zu öffnen. Nicht weit von uns entfernt stand eine Frau, die an eine Angelschnur einem Gewicht gebunden hatte. Sie schleuderte sie in hohem Bogen ziemlich weit ins Wasser. Sogleich begann sie damit, die Schnur wieder aufzuwickeln. Das weckte unser Interesse, denn am Ende der Schnur hing etwas, das wir nicht erkennen konnten.

 


Sie setzte das Etwas auf den Kies und wir näherten uns einem Tintenfisch, der verängstigt zurück ins Wasser krabbeln wollte. Die Frau sah zu uns hoch und meinte mnjam, mnjam, mnjam und rieb sich dabei über den Bauch. Das Tier schien ihr später wohl zu schmecken. Wir beobachteten sie noch eine Weile, obwohl sie nun kein Glück mehr dabei hatte, weitere Tintenfische aus dem Meer zu ziehen. Dabei tranken wir unseren Wein und machten uns gegen 22.30 Uhr auf den Rückweg zum Hotel.

 

 
 

 

 

Das Frühstück begann für uns an diesem Tag um 7.00 Uhr, da unsere Koffer gegen 8.00 Uhr wieder im Bauch des Busses verstaut werden sollten. Heute war ein Hotelwechsel angesagt und wir würden weiter in Richtung Süden fahren. Das Wetter versprach schon am Morgen reichlich Sonne, denn es zeigten sich keinerlei Wolken.

Nach dem letzten Frühstück in diesem Hotel ging die Reise in den Süden weiter.

Pünktlich um 8.00 Uhr fuhren wir los. Erste Zwischenstation sollte Opatija sein, dass wir auf eigene Faust erkunden konnten. Anschließend würde die Reise in den Großraum Split weitergehen. Die nächste Station mit dem neuen Hotel war Primošten.

Quer durch Istrien zur Kvarner Bucht nach Opatija.

Wir fuhren zunächst quer durch Istrien zur Kvarner Bucht nach Opatija. Dazwischen liegt dünn besiedeltes Gebiet mit wenigen kleinen Dörfern. Etwas mehr als 200.00 Menschen wohnen auf der Halbinsel Istrien. Die Mehrzahl bevölkert jedoch die Küstenregion. Wirtschaftliches Zentrum der Region ist Pula. Auch die kleinste Stadt der Welt ist hier auf Istrien zu finden. Dabei handelt es sich um die Stadt Hum mit nur 17 Einwohnern.

Gegen 9.00 Uhr hatten wir das Učka-Gebirge erreicht und durchfuhren den mehr als 5.000 Meter langen, gleichnamigen Tunnel, um das Gebirge zu passieren. Opatija liegt am Meer, am Fuße der Berge des Učka-Gebirges und wurde ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Kurort ausgebaut. Der Mondäne Badeort präsentiert sich mit Uferpromenade und vielen Hotels aus der Zeit des Historismus. Reiche Ornamente an den Fassaden konnte man schon nach der Einfahrt in den Ort sehen. Um 9.35 Uhr erreichten wir in der Nähe der Uferpromenade unseren Busparkplatz. Rings um uns herum standen Hotels, deren die Nähe zur Donaumonarchie anzusehen war. Jugendstilhäuser mit verspielten Reliefs gab es ähnlich viele wie in Nizza. Überhaupt ähnelte der Ort der südfranzösischen Stadt. Nur, dass Opatija kleiner war.

Das Mädchen mit der Möwe An der Promenade
Statue des prominentesten kroatischen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts Miroslav Krieža.

Zu Fuß folgten wir der Promenade zunächst in westlicher Richtung und nach dem Besuch einiger Souvenirgeschäfte, schlugen wir die andere Richtung ein. Dort sah man auf den Felsen vor der Bucht das Wahrzeichen der Stadt. Dabei handelt es um "das Mädchen mit der Möwe", deren Statue auf das Meer hinaus blickt. Am betonierten Badestrand räkelten sich schon die ersten Sonnenhungrigen. Das Wasser war klar, aber zum Baden wahrscheinlich zu kalt, zumindest zu reich an Seeigeln. Wir folgten der Promenade noch ein Stuck und schossen einige Fotos.

Bootshafen Jakobskirche aus dem 15. Jh.

Dann suchten wir uns in einer Gaststätte am Meer ein schönes Plätzchen und genossen Weiß- und Rotwein, sowie Bier, bevor wir zurück zum Bus gingen, wo es die Mittagswürste oder Kaffee gab. Wir fuhren genau zwei Stunden nach unserer Ankunft wieder von Opatija ab.

 


 

 

Es ging die Küsten entlang und wir erreichten etwa 20 Minuten später die Hafenstadt Rijeka. Hier gab die Reiseleiterin wieder interessante Einblicke in die Stadtgeschichte und zur Bedeutung des Namens, der sich von einer Festung und einer Kirche am Fluss Riečina ableitet.

Hafen von Rijeka

Auch die nächsten etwa anderthalb Stunden folgten wir der Küste, während rechts von uns die Insel Krk im Meer lag. Bei Seni erreichten wir den 45. Breitengrad und eine mittelalterliche Festung. von hier an ging es ins Landesinnere, um auf der Autobahn weiter nach Süden zu fahren.

Nachdem wir uns über unzählige Serpentinen ins Gebirge hochgearbeitet hatten, erreichten wir um 13.30 Uhr die Autobahn in Richtung Split. Rechts von uns erhob sich das Velebitgebirge, dass sich über 2.200 Quadratkilometer erstreckt und eine Klimabarriere zwischen Mittelmeer-und Gebirgsklima im Landesinneren bildet.

Nach einer Pause, um die "Keramikausstellung" zu besuchen oder einen Kaffee zu genießen oder beides, fuhren wir durch die Berge des Velebit. Zahlreiche Tunnelausgänge öffneten immer neue Eindrücke. So gab es mal Berge mit Schneeresten am Gipfel, bewaldete Hügel oder mächtige Felsen. Der Letzte Tunnel war über 5,8 km lang und gab uns danach den Blick auf das mit dem Meer durch Kanäle verbundene Novigrader Meer frei. Die Reiseleiterin meinte, dass durch die Verbindung mit dem Meer ein leichter Salzgehalt im See vorhanden ist und die Region durch Fisch- und Muschelzucht bekannt gemacht hat.

Ab der Höhe Zadar zog sich die Landschaft scheinbar endlos flach – im Hintergrund schwach bergig - und eintönig unbesiedelt dahin. Wir warteten ungeduldig auf die Abfahrt, die wir nehmen mussten, um nach Primošten zu gelangen. Zuvor war aber an einem Rastplatz der besonderen Art noch eine halbstündige Pause zu absolvieren. An einer hohen Bogenbrücke über den Krka-Zufluss zum Prukljan-See war auf beiden Seiten der Autobahn, eine Raststätte mit Aussichtspunkten mit Aussicht auf Brücke und Fluss errichtet worden.

Die Abfahrt in Richtung Primošten hieß Sibenik, die wir um 16.30 Uhr erreichten. Von hier ging es auf der Landstraße weiter durch immer dichter besiedelte Gegenden. Langgestreckte Siedlungen säumten die Straße, während rechts von uns die Adria in der Sonne glitzerte.

Kurz nach 17.00 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht und wir fuhren zum Hotel Adriatic Zora, dass direkt am Meer lag. Wie unser Hotel in Poreč, trennte uns von der Altstadt nur eine Bucht. Wir bekamen die Schlüssel ausgehändigt und suchten unsere Zimmer auf. Diesmal waren wir im zweiten Stockwerk untergebracht, wo wir geräumige Zimmer bezogen. Die waren zwar ohne Balkon aber mit Meerblick – wenn auch das Meer zwischen den Bäumen nur zu erahnen war. Wir wollten uns kurz vor 18.30 Uhr treffen, um gemeinsam zum Essen zu gehen, beschlossen jedoch, vorher erst einmal das Hotel zu erkunden. Gleich gegenüber der Rezeption befand sich eine Bar mit einer Freiluftterrasse zum Meer hin. Hier setzten wir uns um einen Tisch und genossen die Nachmittagssonne, die Aussicht auf das Meer und auf die Altstadt von Primošten.

 


 

 

Als die Zeit herangerückt war, gingen wir zum Abendessen eine Etage nach unten. Wir waren einhellig der Meinung, dass das Hotel wirklich nicht zu verachten war, auch das Essen schmeckte hervorragend.

 

Im Anschluss schlenderten wir zum Strand hinunter und tauchten unsere Füße erstmals in die Adria, die recht kühl wirkte. Wir gingen weiter auf die Altstadt zu und beobachteten von unserem Strandweg aus den Sonnenuntergang. Kurz vor dem Tor zur Altstadt machten wir es uns in einer der Gaststätten gemütlich und ließen uns roten und weißen Wein schmecken. Nebenbei lief ein Fußballspiel mit Beteiligung des FC Bayern München, das die eine Hälfte unserer Truppe auf der Terrasse verfolgte. Wir anderen saßen am Strand und erzählten von heute, von gestern und von sonst was. Gegen 22.30 Uhr waren wir im Hotel zurück und jeder bereite sich in Form von Schlaf auf den morgigen Tag vor.

 

Der Morgen versprach – wie wir gehofft hatten - herrlichstes Wetter und wir bereiteten uns auf unseren ersten Tag in Kroatien, besser gesagt auf der Halbinsel Istrien vor. Die Abfahrt des Busses sollte um 9.30 Uhr sein, da die Stadtführung in Poreč gegen 10.00 Uhr begann. Daher hatten wir uns schon für 8.00 Uhr zum Frühstück verabredet, um danach noch Zeit für wichtige Verrichtungen zu haben. Pünktlich um 9.30 Uhr ging es vom Hotel aus los in Richtung Altstadt von Poreč.

 

Treffen zum Frühstück
Hotelansicht Weg zum Bus

Sylvia, unsere Stadtführerin in Poreč führte uns zunächst zum Hafen. Der Weg führte uns durch einen Park mit einem ungewöhnlichen Blütenschmuck. Er trug seine Blüten am Stamm, an den stärkeren Ästen, eigentlich überall: ein Judasbaum, wie eine Mitreisende wusste. Am Hafen angekommen erzählte uns Sylvia etwas über die Geschichte der Stadt. So erfuhren wir dass Poreč in römischer Zeit entstanden war, was heute noch an der Anlage der Stadt mit den zwei Hauptstraßen und dem zentralen Forum zu erkennen ist.

Am Bus in Poreč Judasbaum
Judasbaum mit Blüten am Stamm Karte der Altstadt von Poreč

Wir schlenderten ein Stück der Hafenpromenade entlang, vorbei an italienisch anmutenden Gebäuden und der Stadtbefestigung aus dem 15. Jh. mit einem der drei noch erhaltenen Türme, dem runden Turm, bevor es hinein in die Altstadt mit malerischen Gassen und Einkaufsstraßen ging. Das Venedig vom 13. bis zum 18. Jahrhundert für fast fünfhundert Jahre Einfluss auf die Stadt genommen hatte, war auch am venezianischen Löwen zu erkennen, der hier und da zu sehen war. Das berühmteste Gebäude der Stadt, die Euphrasius-Basilika stammte hingegen aus der Zeit nach der Völkerwanderung. Sie wurde 1997 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Stadtführung am Hafen
Insel St. Nikolai mit Kloster Hafenpromenade
Geschichtsträchtige Gebäude (links Rathaus)
Durchblick zur Liebfrauenkirche Eingang zur Euphrasius-Basilika

Überrascht waren wir von der Tatsache, dass es bis hinüber zu unserem Hotelstrand nur ein Katzensprung war. Nur eine Bucht trennte uns von der Stadt. Das hatte gestern in der Dämmerung viel weiter gewirkt. Nach der Stadtführung hatten wir etwas Freizeit zum Erkunden der Stadt auf eigene Faust.

Blick hinüber zu unserem Hotelstrand Venezianischer Löwe
Markt mit Liebfrauenkirche Mittagspause am Bus
 

Wir gingen noch ein Stück der Hauptverkehrsstraße entlang, bevor wir ein Bierchen bzw. Eiskaffee in einer Gaststätte genossen. Dann mussten wir uns sputen, dass wir pünktlich zum Bus zurück kamen. Für die, die etwas essen wollten, waren Würstchen heiß gemacht worden, andere tranken Kaffee. Um 12.15 Uhr ging es weiter zum Limski Fjord.

 


 

Auf dem Weg zu Fjord fuhren wir an ausgedehnten Weinanbau-Gebieten vorüber. Die Reben standen rechts und links der Straße.

Weinanbaugebiet Limski Fjord
Weg zum Schiff

Wir erreichten den Parkplatz der Schiffsanlegestelle ungefähr eine halbe Stunde später und mussten zum Schiff noch einige Meter marschieren. Unsere Reiseleiterin stand bereits davor und winkte uns heran. Wir suchten uns Platz an der Reling, vorn auf dem Oberdeck und fuhren auf den Fjord hinaus. Wir hatten schönes Wetter, der Fahrtwind hier auf dem Wasser, unterstützt von einer kühlen Brise aus Richtung Meer blies jedoch sehr kühl, so dass wir uns nach einer halben Stunde Fahrt auf dem Fjord, umgeben von Felsenwänden und mit Bäumen bewachsenen Bergen lieber nach unten verzogen. Nach und nach fanden sich alle eine Etage tiefer wieder ein, weil es dort wesentlich windgeschützter war.

Nach der Wende des Schiffes - das Meer war noch nicht in Sicht - fuhren wir mit dem Wind und genossen die Fahrt zurück auf dem Bug des Schiffes. Um 14.00 legten wir am Ausgangspunkt wieder an und gingen zum Bus zurück.

Kurz darauf fuhren wir weiter zum letzten Punkt des Tages, nach Rovinj, wo wir 20 Minuten später eintrafen. Unsere Reiseleiterin erklärte uns kurz, wie wir in das historische Stadtzentrum kommen würden, denn sie selbst darf hier bei Strafe nicht führen und erklären.

 

 


 

Aus dem unbedeutenden Örtchen Ruginium der Römer wurde im 7. Jh. Rovigno und unter Jugoslawischer Herrschaft schließlich Rovinj. Nach den Römern herrschte Byzanz über die Stadt und dann die Franken. Im 9. Jahrhundert war die Stadt zahlreichen Angriffen von Seeräubern ausgesetzt, weshalb die Stadtbefestigung erhöht wurde. Vom 13. bis gegen Ende des 18. Jh. herrschten die Venezianer auch über Rovinj. Zu Beginn des 19. Jh. stand die Stadt unter der Herrschaft Napoleons und wenig später unter der der Habsburger. Rovinj gehörte zu Österreich-Ungarn und nach dessen Zusammenbruch zu Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte die Stadt zu Jugoslawien, zur Teilrepublik Kroatien. Diese wechselvolle Geschichte hinterließ zahlreiche Spuren in der Stadt aus der Romanik, Gotik, Renaissance, dem Barock und Neoklassizismus.

Auf dem Weg hinauf zur Basilika

Das zentrale Bauwerk der Stadt und gleichzeitig der Landzunge war die Basilika der heiligen Euphemia, die auch an der höchsten Stelle erbaut worden war. Durch enge, mittelalterlich anmutende Gässchen stiegen wir den Hügel hinauf zur Basilika. Über ähnliche Gässchen ging es auf der anderen Seite wieder nach unten. Blank und glatt gelaufenes Pflaster machten den Abstieg schwierig. Der Weg war abschüssig und führte über einige Stufen hinunter auf die andere Seite der Stadt und zum dortigen Hafen.

Im Inneren der Basilika Sarkophag der Hl. Euphemia

Unterwegs machten wir Halt in einer Taverne, in der wir uns Bier und Rotwein servieren ließen.

Über dem Limski-Fjord
Beim Kaufrausch

Für unsere Selbsterkundung in Rovinj hatten wir zwei Stunden Zeit, der Bus sollte uns also um 16.35 Uhr zurück zum Hotel bringen. Auf der Rückfahrt wollten wir noch bei Straßenhändlern anhalten, die Olivenöl, Grappa und verschiedene Sorten Honig anboten. Gegen 17.10 Uhr kamen wir dort an und stürmten auf die vier bis fünf Buden am Straßenrand, hoch über dem Limski Fjord, los, die durchweg meistens hochprozentige Sachen anboten. Da gab es Grappa mit Feige, mit Birne, mir Zitrone, mit Kirsche, sowie Honig aller Art, und auch einige Sorten Öle. Von verschiedenen Aussichtsplattformen konnten wir den Fjord überblicken. Vom vielen Probieren der unterschiedlichsten Schnäpse hatte so mancher einen „Kleinen in der Birne“. Auf die Frage eines Reisegastes wozu er denn Honig kaufen sollte, meinte die Händlerin, die auch im Marco Polo Reiseführer abgelichtet ist: "Nun, du musst untenrum einschmieren und dann ablecken". Wir lachten über die Schlagfertigkeit der Händlerin. Als der Kaufrausch vorüber war fuhren wir zurück in Richtung Hotel.

 

Nach dem Abendessen hatten wir uns vorgenommen noch nach Poreč hinüber zu laufen. Dort angekommen hatten wir eine gemütliche Gaststätte gefunden, die uns mit vorzüglichem Wein bewirtete. Wir lachten darüber, dass wir andere Gäste – Radfahrende Bayern - herein lockten und über Sachen wie den „Damfschnuller“ - gemeint war die Bockwurst, die bei uns Dampfriemen genannt wird. Es gab aber noch andere Lachbarkeiten, wie eine Tafel mit der Aufschrift „ Sieste 15 – 18 Uhr“. Wir lachten, weil es von einem unserer Gruppe wie "siehste" vorgelesen wurde, gemeint war aber Siesta und wir krümmten uns vor Lachen. Gegen 23.00 Uhr waren wir zurück im Hotel und gingen auf unsere Zimmer, denn schon am nächsten Morgen sollte es um 8.00 Uhr in Richtung Süden weiter gehen.

Von Hochstedt nach Poreč

Da der Bus bereits wenige Minuten vor 5.00 Uhr in Erfurt am Bahnhof abfahren sollte, hieß das für uns, dass wir schon um 4.10 Uhr von Hochstedt mit dem Taxi nach Erfurt fahren mussten. Ein kleines Zeitpolster war eingeplant. Das Taxi war schon da, als wir zum vereinbarten Treffpunkt am Lindenborn kamen. Allerdings stand es nicht dort, sondern in der Kurve der Sömmerdaer Straße. Die zwei Vieselbacher saßen schon drin und wir sechs Hochstedter stiegen zu.

Schnell waren wir in Erfurt, denn die Straße war leer. In Erfurt am Intercity-Hotel angekommen, stand unser erster Reisebus bereits dort und auch die anderen beiden Hochstedter waren angekommen, die sich mit dem Auto eines Nachbarn nach Erfurt hatten fahren lassen. Damit war unsere Reisegruppe mit zehn Teilnehmern komplett. Wir stiegen nach dem Verstauen der Koffer in den Bus und fuhren allerdings nur das kurze Stück bis zum Hermsdorfer Kreuz in ihm. Die Abfahrt ab Erfurt verzögerte sich geringfügig bis um 5.10 Uhr. Da wir aber erst gegen 6.00 Uhr am Hermsdorfer Kreuz sein sollten, um auf die anderen Busse aufgeteilt zu werden, war noch genug Zeit eingeplant. Insgesamt waren es dann dort 5 Busse, die fast alle nach Kroatien unterwegs waren, dort aber mit unterschiedlichen Zielen. Nur einer der Busse fuhr weiter in Richtung nördliches Polen, nach Masuren.

Abfahrt in Hermsdorf war um 6.15 Uhr und unser Busfahrer kündigte an, dass er in Nürnberg aussteigen und sein Kollege dann übernehmen würde. Die Reiseleiterin fing sogleich an, uns etwas über unsere Reise zu erzählen, aber auch auf Sehenswürdigkeiten an der Strecke hinzuweisen.

In Schleiz, eine knappe halbe Stunde später, waren noch zwei Gäste abzuholen, aber dann ging es los in Richtung Süden.

Die Reiseleiterin informierte uns auch über einen bevorstehenden Buswechsel bei München und dass geplant sei, etwa gegen 19.30 Uhr in Poreč anzukommen. Unterwegs erzählte sie uns dann mehr über Städte und markante Punkte auf der Strecke, wie Beyreuth, Nürnberg usw.

Um 11.00 Uhr hatten wir bereits München passiert und den Autobahnabzweig in Richtung Kufstein und Innsbruck hinter uns gelassen. Bei Rosenheim war dann der angekündigte Buswechsel vorgesehen der uns eine halbstündige Pause bescherte. Eine weitere halbe Stunde später hatten wir den Chimsee erreicht und fuhren einige Autobahnkilometer an dessen Ufer entlang.

Die Grenze nach Österreich passierten wir gegen 12.30 Uhr und wir setzten unsere Fahrt auf der Österreichischen Autobahn fort. Es ging auf der Tauernautobahn mit vielen Tunneln mitten durch die östlichen Alpen schnurstracks auf Slowenien zu.

Die Tauernsteinraststätte erreichten wir um 13.45 für eine weitere Pause. Die Raststätte war umringt von hohen Bergen, deren Gipfel zum Teil noch Schneereste trugen. Auf der Weiterfahrt ging es durch den über 6 Kilometer langen Tauerntunnel. Die höchste Stelle der Autobahn hatten wir mit 1.340 Meter über dem Meeresspiegel nach dem Tauerntunnel erreicht. Wir hatten Kärnten erreicht, das sonnigste Bundesland von Österreich, wie uns unsere Reiseleiterin erzählte. Um 15.15 Uhr hatten wir Villach erreicht und damit das Dreiländereck Österreich, Slowenien und Italien. Der Himmel zeigte sich von seiner heiteren Seite und wir hatten Außentemperaturen von 22 °C.

Die Slowenische Grenze passierten wir um 15.52 Uhr nach dem 7.864 Meter langen Karawankentunnel. Um 16.15 Uhr hatte sich dann die Temperatur bis auf 24°C hochgeschraubt. Inzwischen hatte die Reiseleiterin unsere ganze Reiseplanung vorgestellt, was bedeutete, dass wir die nächsten zwei Nächte in Poreč verbringen würden. Etwas später zogen Wolken auf und es regnete, obwohl es sich kaum abkühlte. Kurz darauf, fuhren wir kurz vor Postojna eine Raststätte an und da schien bereits wieder die Sonne. Fünfzehn Minuten Pause verbrachten wir in der auf uns herabbrennenden südlichen Sonne bevor wir die Fahrt fortsetzten.

Ankunft in Poreč Hoteleingang

Wenige Minuten vor 18.00 Uhr erreichten wir das Meer beim südlich von Triest gelegenen Ort Koper. Eine viertel Stunde später passierten wir die Grenze nach Kroatien. Von hier waren es noch 49 Kilometer bis Poreč. Unterwegs dorthin überquerten wir auf einer 1.800 m langen Brücke das Tal der Mirna und gegen 18.55 erreichten wir unseren Hotelkomplex Pical. An der Rezeption nahmen wir unsere Schlüssel in Empfang und Suchten unsere Zimmer auf. Die Reiseleiterin hatte das für uns so gedeichselt, dass unsere Zehnergruppe zusammen blieb und die Zimmer fast nebeneinander lagen. Das Hotel war verschachtelt gebaut und die Wanderung zum Zimmer dauerte daher etwas länger. Nachdem wir uns in den Zimmern eingerichtet hatten gingen wir auf eine kurze Erkundungstour. Nach diesem ersten Überblick über den Hotelkomplex machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. In einer großen Halle saßen unzählige Gäste, die sich am frisch zubereiteten Buffet ihre Teller gefüllt hatten. Nach dem reichhaltigen Essen, gaben wir beim Bezahlen der Getränke unsere ersten Kuna aus.

Sonnenuntergang am Strand Poreč in der Dämmerung

Anschließend unternahmen wir noch einen Spaziergang am Strand, den Sonnenuntergang hatten wir allerdings schon verpasst. Wir waren alle ziemlich kaputt und beschlossen den Abend an der Bar mit einem letzten Schluck Bier oder was auch immer zu beenden.

Einmal im Jahr fahren wir für mehrere Tage gemeinsam in eine europäische Gegend, um sie besser kennenzulernen und zu entdecken. Für 2015 hatten wir uns Kroatiens Adriaküste ausgesucht. Wir wollten acht Tage von Istrien im Norden bis in Dalmatiens Süden vordringen und Städte und Landschaften entlang...