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Im Inneren erwartete uns ein großer Saal mit einigen gedeckten Tischreihen. Wir bekamen unsere Plätze zugewiesen und saßen unmittelbar vor der Bühne, auf der die Musiker schon ihre Instrumente positioniert hatten. Die Gäste, die nach uns in den Saal kamen setzten sich an andere, zum Teil weiter hinten liegende Tische. Das war also der Vorteil vom zeitigen erscheinen.

Beim Böhmischen Abend
Beim Menü

Jetzt fing auch die Arbeit für die Kellnerinnen an. So schnell konnten wir uns gar nicht setzen, wie Wein und Bier vor uns standen, so dass wir uns stärken konnten. Diese Stärkung brauchten wir auch, denn die Musik setzte sogleich ein. Die Frage des Musikers, der die kleine Gruppe leitete erübrigte sich. Er fragte, ob wir wüssten, woher die Blasmusik kommt. Die richtige Antwort bekam er von uns zugerufen: "Natürlich! Aus Böhmen kommt die Musik!"

Und schon ging es los mit der Schunkelei und dem Mitsingen. Wir waren ungelogen die stimmungsvollsten Gäste im Saal. Während die anderen nur sehr langsam zum Klatschen kamen, bebten unsere Tische förmlich. Das machte auch den Musikern Spaß, die mehrmals diesbezügliche Bemerkungen machten. Unterbrochen wurde der Spaß durch das Servieren des mehrgängigen Menüs. Wir hatten uns vorher auf ein echtes böhmisches Essen verständigt, das sich so zusammensetzte:

Aperitif : Sliwowitz
Vorspeise: Prager Schinken mit Meerretich-Remoulade
Suppe: Kartoffelsuppe mit Pilzen – serviert aus der Suppeterrine
Hauptspeise: Altböhmischer Teller (Schweinebraten, Rauchfleisch, Bratwurst, Rotkraut und Sauerkraut, Semmelknödel und Kartoffelknödel)
Nachtisch: Apfelstrudel mit Schlagsahne

Das klingt nicht nur gut, das war gut!

Nach dem Essen ging das musikalische Programm weiter und Tänzer zeigten in böhmischer Tracht, welches Temperament in den heimatlichen Bauerntänzen steckt. Die Musiker begannen dann mit einem Zug durch die Tischreihen und jetzt begannen auch die letzten Gäste in unser Klatschen einzustimmen. Weil das so schön war und sich die kleine Kapelle so viel Mühe gegeben hatte, kam einer aus unserer Reisegruppe - Ronald - auf die Idee, den Musikern einen Sliwowitz zu spendieren. Erfreut stießen sie mit ihm an und spielten dann um so fröhlicher weiter.

Tänze
Musikanten Der spendierte Sliwowitz
Aufbruch

Nach und nach leerte sich der Saal und die Kellner begannen mit dem Abräumen der Gläser. Die Musik hatte nach mehreren Zugaben, die wir "erzwungen" hatten, doch aufgehört zu spielen. Wir waren nicht nur die ersten Gäste des Abends, sondern auch die letzten, wie wir bald merkten. Gegen 22.30 Uhr verließen wir das Lokal und machten uns auf, zur nächsten Straßenbahnhaltestelle, um unsere letzte Fahrt des Tages zu absolvieren.